So schnell verdoppelst Du Dein Kapital

Kapitalverdopplung? Vielleicht fragst Du Dich gerade, ob so etwas überhaupt realistisch ist. Und Deine Zweifel sind nicht ganz unberechtigt, denn mit dem klassischen Sparen wird das kaum gelingen. Selbst wenn Dir Deine Bank im Moment 1% Zins bietet, wirst Du nur mit großem Glück erleben, dass sich Dein Kapital verdoppelt. Genau gesagt musst Du ganze 72 Jahre darauf warten.

 

In diesem Beitrag erfährst Du zwei Dinge: Wie Du es mit der Kapitalverdopplung in weitaus kürzerer Zeit schaffst und zunächst einmal, wie Du den für die Kapitalverdopplung erforderlichen Zeitraum mit einer einfachen Formel im Kopf berechnest.

 

Die 72er-Regel

Dazu verwendest Du die 72er Regel – eine bewährte Faustformel aus der Zinsrechnung: Du teilst einfach die Zahl 72 durch die jährliche Rendite Deiner Kapitalanlage und erhältst so ein schnelles (näherungsweises) Ergebnis.

 

Bei einer Verzinsung von 1% dauert es demnach 72 Jahre (72 : 1 = 72) bis sich Dein Kapital verdoppelt hat. Wirft Deine Geldanlage 2% im Jahr ab, sind es 36 Jahre (72 : 2 = 36). Kurz: Verdoppelt sich der Zinssatz, halbiert sich die für die Kapitalverdopplung benötigte Zeit.

 

Was sich zunächst wenig spektakulär anhört, besitzt doch eine gewisse Magie. Du erkennst das schnell, wenn wir einmal mit 10.000 € Startkapital und etwas höheren Renditen rechnen. Bei Renditen von 6 oder 8% p.a. wird die Zeitspanne bis zur Verdopplung des Startkapitals schon deutlich überschaubarer.

 

Tabelle Kapitalverdopplung bei unterschiedlichen Jahresrenditen

Jahr   2% 4% 6% 8%
0 10.000 € 10.000 € 10.000 € 10.000 €
9       20.000 €
12     20.000 €  
18   20.000 €   40.000 €
24     40.000 €  
27       80.000 €
36 20.000 € 40.000 € 80.000 € 160.000 €
45       320.000 €
48     160.000 €  
54   80.000 €   640.000 €
60     320.000 €  
63       1.280.000 €
72 40.000 € 160.000 € 640.000 € 2.560.000 €

 

Bei 6% Rendite verdoppelt sich Dein Geld innerhalb von 12, bei 8% sogar innerhalb von 9 Jahren. Betrachtest Du die Ergebnisse über den gesamten Zeitraum von 72 Jahren, werden die Unterschiede besonders deutlich. Während aus 10.000 € bei 2% Rendite 40.000 € werden, sind es bei 8% Rendite mehr als 2,5 Mio. €.

 

Hier zeigt sich die Macht des Zinseszinses eindrucksvoll.

 

Was Du daraus für Deine Anlagestrategie lernst:

Bei der Geldanlage zählen lange Laufzeiten und hohe Renditen – das ist die zentrale Erkenntnis.

 

Auf kurze Sicht spielt es tatsächlich keine so große Rolle, ob Du etwas mehr oder weniger Rendite bekommst – viel ist derzeit im Bereich Tages- und Festgeld ohnehin nicht zu holen. Der geringfügig höhere Ertrag rechtfertigt in den meisten Fällen nicht den Aufwand, den viele Menschen betreiben, um sich hier bessere Konditionen zu sichern.

 

Mach Dir deshalb mehr Gedanken um den Teil Deines Kapitals, den Du wirklich langfristig zum Vermögensaufbau anlegen kannst. Denn hier spielt tatsächlich die Musik!

 

Und hier kommst Du mit garantierten Zinsprodukten (darunter fällt auch die klassische Lebensversicherung) nicht weit. Setz besser auf aktienorientierte Anlagen und werde vom Sparer zum Investor. Ich empfehle Dir ein breit gestreutes Portfolio aus Investmentfonds, mit dem Du das Risiko gegenüber der Anlage in einzelnen Aktien deutlich reduzierst und wenig Aufwand hast. Wie langfristige Ergebnisse zeigen, sind bei aktienorientierten Fonds Renditen von 6% p.a. und mehr durchaus realistisch.

 

Sicherlich wird es hier auch in Zukunft zum Teil deutliche Wertschwankungen geben. Wenn Du allerdings langfristig denkst – und das solltest Du, wie die 72er Regel zeigt, tun – sind Wertschwankungen nicht das Problem. Auf lange Sicht sind die globalen Aktienmärkte immer die beste Lösung gewesen.

 

Weil Zeit der zweite entscheidende Faktor beim Vermögensaufbau ist (Zinseszinseffekt), solltest Du möglichst bald loslegen – sofern Du das noch nicht getan hast. Vergangene Zeit lässt sich auch im Bereich der Geldanlage nicht wieder aufholen!

 

Tipps für das richtige Vorgehen findest Du hier im Blog.

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